Sanjay Sikder

Wahrhaft ein Land der Sänger, Dichter, Maler, das Volk der Bengalen - phantasiebegabt und kreativ. Doch das ist nicht alles. Wie kann einer ein Maler werden, wenn er nicht eine Chance, einen Anstoß bekommt. So ist es denn geschehen, dass Sanjay bereits als Kind ( es war Ende der siebziger Jahre) Farbe und Pinsel vom Freund seines Vaters geschenkt bekam: Jener hatte das Talent in ihm schon frühzeitig entdeckt. Das war der Beginn einer großen Leidenschaft, die sich in den Achtzigern, Neunzigern fortsetzte und unter dem Einfluß des frühverstorbenen Malers S. Ghosh ausprägte. Es kam das Studium in Kalkutta an der Staatlichen Kunstuniversität, sowie zahllose Reisen ins Umland, später dann Deutschland. Hierher hatte ihn ein Freund eingeladen, der ihm fortan bei seinen Austellungen zur Seite stand. Sanjay malt, sitzt bei seinen Motiven stundenlang im Buddhasitz auf dünner Plastikfolie. Und doch, wenn einer sich vorstellen kann, was in der höchsten Phase des Ringens um Farbe, Form und Stil geschieht, kann nachvollziehen, wie er schon vorher durch vielfache Experimente wieder und wieder seine Vorstellungen umzusetzen bemüht war. Diese Art der Auseinander -setzung braucht Geduld und Kraft. Da werden mehr helle Farben, wie Gelb, angewandt; dies Hell-Dunkel-Kontraste sind es auch, die Dramatik hereinbringen, eine neue Sichtweise verlangen. Immer wieder malt er Wasser, in allen Variationen; wenige Bilder, die davon nicht berührt wären. Wenn sich´s schließlich abzeichnet, dass sein Bild stark werden würde, entsinnt sich der Künstler entfernt, dass er weder gegessen, noch auch Trinken zu sich genommen hat. Er war einfach nur 'abwesend' nämlich ä u ß e r s t a u f m e r k s a m über seiner Kunst.

Andreas Müller (Berlin)


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